Simone Kermes und ihr “Lava”-Projekt. Wieso der CD-Titel “Lava”? Die Erklärung ist einfach. Alle auf der CD eingespielten Opernarien haben in irgend einer Weise mit dem süditalienischen Neapel zu tun. Kann sein, dass die Komponisten dort geboren wurden, oder dort gelebt und gewirkt haben. Teilweise sind die Werke in Neapel uraufgeführt worden. Das wichtigste aber: alle vertretenen Komponisten gehören zur sogenannten “Neapolitanischen Schule” mit ihrer Hauptgattung, der Opera seria. Wir haben also eine enge Verbindung zu Neapel und seiner Musik. Und Neapel wird dominiert vom Vesuv, der ja immer noch aktiv ist. Und wie die Lava des Vesuvs teilweise poetisch und pittoresk sein kann (vor allem, wenn man sie nachts aus der Entfernung sieht), dann aber auch wieder überwältigend, eruptiv, ja gefährlich – somit wiederspiegelt sie ganz genau die stilistische und künstlerische Bandbreite der auf “Lava” eingespielten Musik.
Die in Leipzig geborene Simone Kermes ist international eine der gefragtesten Soprane im dramatischen Koloraturfach. Ihr außergewöhnlicher Stimmumfang prädestiniert sie besonders für die virtuosen Werke barocker Meister, wie Händel und Vivaldi, aber auch für die Sopranpartien und Konzertarien Mozarts, Haydns und Beethovens.
Simone Kermes studierte bei Helga Forner an der Hochschule für Musik „Felix-Mendelssohn Bartholdy“ ihrer Heimatstadt. Ihr Studium sowie zwei Aufbaustudien absolvierte sie mit Auszeichnung. Sie wurde erste Preisträgerin beim Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Wettbewerb in Berlin und 1996 Bachpreisträgerin beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig.
Schon während ihres Studiums begann sie ihre rege Konzerttätigkeit und sammelte erste Bühnenerfahrungen. Es folgten Operngastspiele weltweit u. a. gastierte sie in New York, Paris, Lissabon, Kopenhagen und an deutschen Staatsopern als Konstanze (”Die Entführung aus dem Serail”), Fiordiligi (”Così fan tutte”), Donna Anna (”Don Giovanni”), Giunia (Mozart: “Lucio Silla”), Rosalinde (”Die Fledermaus”), Lucia (”Lucia di Lammermoor”), Gilda (”Rigoletto”), Ann Truelove (Stravinsky: “The Rake’s Progress”), Alcina und Laodice (Händel: “Siroe”).
Konzertverpflichtungen führten sie durch ganz Europa, die USA und Japan zu den größten und berühmtesten Konzertsälen der Welt. Sie gab Solokonzerte und Liederabende u.a. in der Carnegie Hall New York, im Großen Saal des Moskauer Konservatoriums , im Tschaikowsky-Saal Moskau, im Palau de la Música Barcelona, in der Tonhalle Zürich und in der Frauenkirche zu Dresden.
Bei zahlreichen internationalen Festivals und Orchestern ist sie ein gern gesehener Gast und arbeitet mit Dirigenten wie Riccardo Chailly, Lorin Maazel, Teodor Currentzis, Mikhail Pletnev, Leopold Hager, Raphael Frühbeck de Burgos, Lothar Zagrosek, Steven Sloane, Reinhard Goebel, Jean Christoph Spinosi, Christopher Hogwood, Thomas Hengelbrock, Andreas Stoehr, Stefan Soltesz und Christoph Matthias Mueller zusammen.
Neben vielen Rundfunk- und Fernsehproduktionen hat sie zahlreiche CD´s aufgenommen, die die Werke von Vivaldi bis Humperdinck umfassen. Für ihre Solo-Alben erhielt sie mehrfach internationale Auszeichnungen wie den Jahrespreis der Deutschen Schallpalltenkritik, den Diapason`Or (Zeitschrift “Diapason”), Midem Award, Choc (Zeitschrift ”Le monde de la Musique”, BBC music choice , Gramophone –Disc of the month und Editor’s Choice und den Echo-Klassikpreis.

